Gut geplant – Räume ausmessen wie die Profis

Aktualisiert: Feb 3

Ein Umzug könnte so einfach sein.

Doch bei der Planung der neuen Räumlichkeiten stellt sich oft die Frage: Passt alles? Ist ausreichend Laminat für den Flur vorhanden und findet Omas Schrankwand auch im neuen Wohnzimmer einen Platz ? Das richtige Ausmessen beseitigt alle Unsicherheiten.


Das richtige Maß: Warum Messen so wichtig ist

„Wie viele Quadratmeter?“

Das ist die erste Frage vieler Menschen, die eine Wohnung oder ein Haus besichtigen. Während zu Beginn noch das persönliche Interesse hinter der Frage steht, wird im Laufe eines Umzugs die Größe der Räume vielmehr zu einem praktischen Thema.


Welche Standard-Messinstrumente gibt es?


Zum Ausmessen von Räumen gibt es verschiedene Messinstrumente, mit denen exakte Werte ermittelt werden können. Zu den gängigen Werkzeugen gehören:

  • Das Maßband ist flexibel einsetzbar und eignet sich für die Messung kurzer Längen.

  • Mit dem Zollstock, offiziell Gliedermaßstab genannt, lassen sich Geraden von bis zu zwei Metern ausmessen.

  • Das Rollbandmaß erleichtert das Messen von bis zu drei Metern dank Einrast- und Rücklauffunktion sowie einem Endhaken zum Befestigen des Bandes.

  • Ein Laser-Entfernungsmesser berechnet nicht nur Abstände, sondern auch Flächen und Volumen zentimetergenau.

  • Messgeräte auf Ultraschall-Basis senden und empfangen Schallwellen und berechnen daraus die Raumgröße.

  • Verschiedene Smartphone-Apps ermöglichen die Erstellung eines Grundrisses in Minutenschnelle. Dazu werden entweder die Kamera oder die Kalibrierung der Handys genutzt.



Tipps und Tricks

Die Wohnflächenverordnung reguliert offiziell nur den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Sie wird jedoch – auch vor Gericht – als allgemein gültige Orientierung zur Berechnung der Wohnraumflächen genutzt, wenn im Mietvertrags nichts anderes angegeben ist.

Flächenberechnung mit dem Laser-Entfernungsmesser:

Moderne Lasermessgeräte erfassen Raumlängen von bis zu 50 Metern mühelos. Dazu wird das Gerät an einer Wand platziert und mit seinem Sensor auf die gegenüberliegende Wand ausgerichtet. Auf Knopfdruck wird der Wert gespeichert.


Experten-Tipps: Aus Expertensicht erweisen sich Zollstöcke aus Kunststoff über einen langen Gebrauchszeitraum als besonders zuverlässig. Denn anders als Holz verzieht sich das Material nicht im Laufe der Jahre. Maßstäbe von hoher Qualität sind mit der Genauigkeitsklasse III versehen – das entspricht einer Messtoleranz von 1,4 Millimetern auf zwei Meter Messlänge. Flexible Maßbänder sind für die schnelle Messung besonders praktisch, stellen aber nicht das Maß der Dinge dar: Sie neigen dazu, sich durch wiederholte Nutzung auszudehnen. Genaue Ergebnisse sind irgendwann nicht mehr garantiert. Auch die Ergebnisse von Ultraschallmessgeräten sind mit Vorsicht zu genießen. Die Geschwindigkeit der Schallwellen kann durch das Raumklima – etwa Luftfeuchtigkeit – beeinträchtigt werden. Mit Smartphone-Apps kann schnell ein Grundriss von Räumen erstellt werden. Viele der Programme überzeugen mit ihren Ergebnissen, dienen aber nicht der genauen Messung. Abweichungen von mehreren Zentimetern sind durchaus üblich. Die Angaben sind also kaum geeignet, um beispielsweise den Bedarf an Bodenbelägen zu berechnen.

Grundriss: Vor der Renovierung selbst Maß anlegen und nicht ausschließlich auf die Maßangaben des Grundrisses verlassen. Insbesondere bei Dachschrägen kann es zu Abweichungen kommen.

Auf Nummer sicher gehen: Bei Bodenbelägen besser eine Verschnittmenge von etwa zehn Prozent zu den ermittelten Messwerten einkalkulieren.

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